Wir kämpfen für die Artenvielfalt!

Unser Antrag zum Thema “Artenvielfalt” für den Stadtrat Syke wurde bereits im Ausschuss für Bau und Umwelt am 07.06.2018 besprochen. Unser Ausschussmitglied Heinz-Jürgen Michel berichtet: “Im Bau-Ausschuss wurde unser Antrag in einigen Teilen einstimmig beschlossen, der Antragsteil, der beinhaltet dass in städtischen Pachtverträgen die Pächter*innen keine Totalherbizide wie zum Beispiel Glyphosat verwenden dürfen, wurde aber von der Mehrheit der Landwirte-Fraktionen FWG und CDU abgelehnt.” Die Beratung im Stadtrat steht noch aus, wir werden hier darüber weiter informieren!

Unser Antrag im Wortlaut:

Der Rat der Stadt Syke möge beschließen: 

Innerörtliche kommunale Grünflächen werden, wo es fachlich sinnvoll ist, durch Ansaat oder Initialpflanzung mit ein- oder mehrjährigen standortheimischen Blühpflanzen versehen. 

Die Flächen sollen frühestens zu einem Zeitpunkt gemäht werden, zu dem die Blütenpflanzen ausgesamt haben, so dass ihre dauerhafte Erhaltung auch ohne Neueinsaat möglich ist. Auf den Einsatz von Mulchmähern ist dabei zu verzichten. Soweit möglich sollen Blüh- bzw. Altgrasstreifen stehen gelassen werden bzw. die Pflege in Teilmahd erfolgen. 

Landwirtschaftlich genutzte kommunale Wegeseitenränder an Feld- und Wirtschaftswegen werden in ihrer Funktion für Naturhaushalt und den Artenschutz revitalisiert. Sie sind künftig entweder – je nach standörtlicher Eignung – mit feldheckentypischen Gehölzen zu bepflanzen, der natürlichen Sukzession zu überlassen oder mit standortheimischen mehrjährigen Blühpflanzen einzusäen. 

Landwirtschaftliche Nutzflächen im kommunalen Eigentum sollen bevorzugt an ökologisch oder auf andere Weise besonders naturnahe wirtschaftende Betriebe verpachtet werden. Unabhängig von der Pächterin wird in die Pachtverträge ein Verbot des Einsatzes von Totalherbiziden wie Glyphosat und von Neonikotinoiden aufgenommen. Darüber hinaus soll die Anlage von ausreichend breiten Blühstreifen vereinbart werden. 

Begründung: Der Rückgang von Insektenarten nimmt immer dramatischere Ausmaße an. Die Ursachen hierfür sind weitgehend bekannt: Der Einsatz von Insektiziden, insbesondere der Neonikotinoide, von Herbiziden, Stickstoffeintrag, Wegfall von Brachen und Umbruch oder Intensivierung von Grünland. 

Das trifft auch alle heimischen Wildbienenarten und Honigbienen, deren Rückgang nicht nur ökologische sondern auch erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen durch deren zurückgehende Bestäubungsleistung in der Landwirtschaft hat. 

Der drastische Rückgang vieler Insektenarten ist auch ursächlich für eine ebenfalls stark zurückgehende Vogelpopulation ist. Viele Studien hierzu zeigen, wie dramatisch die Lage ist und mahnen zur Eile, weil sonst der sogenannte »stumme Frühling« in nur wenigen Jahren Wirklichkeit werden könnte. 

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