Määh-Roboter?

Spaß beiseite: Natürlich möchte der Stadtsportring zur Grünpflege auf seinen Sportplätzen keine Schafe einsetzen. Vielmehr wurde beantragt, für den SV Heiligenfelde und den TSV Ristedt drei Mähroboter zur Erprobung anzuschaffen oder auf drei Jahre zu leasen.

Bisher werden die Flächen von einer externen Firma gemäht. Im Kostenvergleich kommt die Stadtverwaltung zu dem Ergebnis, dass das Leasing und der Betrieb der Mähroboter über die ersten drei Jahre gut doppelt so teuer sind wie das Mähen durch die externe Firma. Würden die Mähroboter danach übernommen, könnten sie sich im 10. Jahr bezahlt machen. Allerdings wird die Lebensdauer eines Mähroboters in der städtischen Vorlage auf 8 bis 10 Jahre beziffert. Das heißt, kaum machen sich die Mähroboter bezahlt, müssen sie vermutlich auch schon ausgemustert werden.

Aus dieser Rechnung geht ganz klar hervor, dass die Mähroboter-Erprobung wirtschaftlich keinen Sinn ergibt. Gleichzeitig gefährdet der Einsatz von Mährobotern natürlich Arbeitsplätze bei den Firmen, die das Mähen bisher übernommen haben. Dann wäre da noch die Gefährdung von Igeln und anderen Kleinlebewesen durch die Mähroboter. Mit dieser Problematik setzen sich die Hersteller selbst bereits intensiv auseinander und bemühen sich, Schutzvorrichtungen zu entwickeln. Die Gefahr lässt sich verringern, indem die Geräte nur tagsüber eingesetzt werden, weil Igel vorwiegend nachtaktiv sind.

Aus diesen drei Gründen (Unwirtschaftlichkeit, Arbeitsplatz-Gefährdung, mögliche Gefahren für die Biodiversität) hat die Grüne Fraktion das Mähroboter-Leasing in der Sitzung des Stadtrats am 8.10.2020 abgelehnt (gemeinsam mit einem Großteil der FWG-Fraktion). Daraus wurde in der Kreiszeitung der Vorwurf konstruiert, die Grünen hätten den Vorschlag abgelehnt, weil er „vom Stadtsportring kommt“. Und die Grünen hätten dieses Selbstverwaltungsorgan der Sportvereine „in den vergangenen Monaten schon mehrfach infrage gestellt“.

Diese Behauptung ist völlig aus der Luft gegriffen. Die Grüne Fraktion hat sich bei der Ablehnung dieses konkreten Antrags mit keinem Wort auf den Stadtsportring als Antragsteller bezogen und hat die Daseinsberechtigung des Stadtsportrings auch sonst nicht in Frage gestellt.

Da sich die übrigen Fraktionen trotz der mangelnden Wirtschaftlichkeit vom innovativen Nutzen der Mähroboter überzeugt zeigten, wurde der Leasing-Vorschlag im Rat letztlich mit 16:10 Stimmen angenommen.

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