Diskussions- und Informationsabend mit Filiz Polat zur Migrationspolitik in Syke

Auf Einladung der Syker Grünen fand am Dienstag, den 02.06., im „Gleis 1“ am Bahnhof Syke ein Diskussions- und Informationsabend mit der Bundestagsabgeordneten Filiz Polat statt.

Nach einer Einführung in das Thema Einwanderung und Migration diskutierten mehrere Fachleute über aktuelle Herausforderungen: Rasale Mohammad von der Geschäftsstelle der Vereinigten Bildungsinitiativen, der katholische Theologe und Dozent Klaus Schmelz, Initiator verschiedener migrationspolitischer Initiativen, sowie Klaus Rahmi Tuner vom Verein Mosaik e.V., der als Integrations- und Flüchtlingsberater im Landkreis Diepholz tätig ist.

Foto: Privat

Im Mittelpunkt der Diskussion standen aktuelle Probleme in der Migrationspolitik. So wurde unter anderem die drohende Verschlechterung der Situation für ukrainische sowie andere Geflüchtete aus Kriegsgebieten thematisiert. Auch mögliche Abschiebungen in sogenannte Drittstaaten außerhalb der EU sorgten für Kritik.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Situation von Menschen aus Bulgarien und Rumänien, die in Deutschland häufig unter schwierigen und teils unmenschlichen Bedingungen leben und arbeiten. Aufgrund prekärer Wohnverhältnisse kommt es zudem dazu, dass Wahlbenachrichtigungen aus ihren Heimatländern nicht zugestellt werden können. Dadurch werden Betroffene faktisch von der Wahrnehmung ihrer Grundrechte ausgeschlossen.

Darüber hinaus erschweren bürokratische Hürden die Integration erheblich. Dazu zählen insbesondere die fehlende Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse – auch in dringend benötigten Berufen – sowie Einschränkungen bei der Finanzierung von Sprachkursen. Angesichts des bestehenden Fachkräftemangels wurde betont, dass eine erfolgreiche Integration nur mit weniger Bürokratie und einer stärkeren Willkommenskultur gelingen kann.

Kritisch angemerkt wurde zudem, dass nur wenige lokale Entscheidungsträger an der Veranstaltung teilgenommen haben. Ein intensiverer Austausch zwischen Politik und den zahlreichen ehrenamtlich Engagierten, die sich in ihrer Freizeit für Geflüchtete einsetzen, wäre wünschenswert gewesen.

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