Syker Hallenbadareal im Mai 2021

Tag der Artenvielfalt

Heute ist der Internationale Tag der Artenvielfalt, denn am 22. Mai 1992 wurde das internationale Übereinkommen über die biologische Vielfalt beschlossen, lt. Wikipedia “das wichtigste multilaterale Vertragswerk für den Schutz der Biodiversität auf der Erde”.

Trotzdem geht das Artensterben rasant weiter und bedroht unsere Lebensgrundlagen ebenso sehr wie der Klimawandel. Besonders stark betrifft es die Insekten, die Basis vieler Ökosysteme. Verschwinden die Insekten, droht diesen Ökosystemen der Zusammenbruch.

Deshalb haben die Niedersächsische Landesregierung, die Landwirtschaft und die Naturschutzverbände den sogenannten Niedersächsischen Weg vereinbart. Er soll u.a. die Lebensräume der Insekten besser schützen. Aus diesem Grund gilt in Niedersachsen seit Januar 2021 auch das “mesophile Grünland” (selten gemähtes Grünland mit einer besonderen Pflanzenvielfalt) als gesetzlich geschütztes Biotop.

Aus genau diesem Grünlandtyp besteht ein großer Teil des Syker Hallenbadareals. So steht es im offiziellen Umweltbericht der Stadt Syke zu dem Bebauungsplan “Hallenbadareal”, dessen Umsetzung dieses Biotop zerstören würde.

Nur ein paar der Arten, die sich auf dem Syker Hallenbadareal tummeln: Feldhase, Grünspecht, Sperber, Graureiher, Sandbiene, Bläuling, Kleiner Feuerfalter, Grünwidderchen

Der Niedersächsische Weg kann nur dann etwas bewirken, wenn sich alle, auch die Kommunen, ehrlich bemühen, seine Ziele umzusetzen. Das muss auch bedeuten, auf die Bebauung ökologisch wertvoller Flächen und insbesondere geschützter Biotope zu verzichten. In ihrem neuen Aktionsprogramm Insektenvielfalt Niedersachsen ruft die Landesregierung dazu auf, Insektenlebensräume im Siedlungsbereich zu erhalten und über die Bauleitplanung zu sichern. Die Bedeutung von Flächen für die Insektenvielfalt soll zukünftig bei der Prüfung von Bauvorhaben stärker berücksichtigt werden.

Deshalb plädieren wir dafür, den größten Teil des Hallenbadareals mit seiner über viele Jahre gewachsenen Artenvielfalt zu erhalten, zumal die Fläche in direkter Verbindung mit dem Naturschutz- und Natura-2000-Gebiet Hachetal steht. Wie eine solche Fläche optimal gepflegt und auch zur Umweltbildung für Schul- und Vorschulkinder genutzt werden kann, zeigt ein schönes Beispiel aus Wien. Angesichts der benachbarten Kindergärten und Schulen wäre das auch in Syke gut vorstellbar.

Der dringend benötigte bezahlbare Wohnraum kann auf einem kleineren Teil des Areals entlang der Straße entstehen. Ein solcher Kompromiss könnte den Schutz der Artenvielfalt und soziale Aspekte unter einen Hut bringen und ein Zeichen dafür setzen, dass Umwelt- und Artenschutz zukünftig in der Baupolitik besser mitgedacht werden als bisher.

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