Die Ziele unserer Ratsarbeit
Sich im öffentlichen Raum gemeinsam wohlfühlen – das wünschen sich alle Bürger:innen aus Syke und den umliegenden Ortschaften. Es geht uns um ein nachhaltiges Zusammenleben aller Menschen in Einklang mit Natur und Umwelt. Dazu wünschen wir uns vielfältige Angebote für Zufriedenheit und auch Anpassungsfähigkeit auf die vielfältigen Herausforderungen unserer Zeit.
Doch wie sieht dies im Konkreten aus und welche Entwicklungen möchten wir Grüne in der nächsten Ratsperiode vorantreiben?
Unser Leben spielt sich zu einem Großteil im öffentlichen Raum ab – ob beim Einkauf, im Café mit Freund:innen oder bei einem Spaziergang. Wir wollen Orte zum Verweilen schaffen, bestehende Grünflächen erhalten und naturnah gestalten sowie mehr Bäume in der Innenstadt pflanzen, auch zur Beschattung der zahlreichen Parkplätze. Außerdem wollen wir frei zugängliche Trinkwasserspender im Innenstadtbereich etablieren und auch öffentliche, kostenlose Toiletten anbieten.
Durch die Förderung und Schaffung von Begegnungsstätten für ein soziales Miteinander und kulturellen Austausch wollen wir ein gutes Zusammenleben mit gegenseitiger Anerkennung und Unterstützung in der Stadt und den Ortsteilen ermöglichen.
Zum Leben in einer funktionierenden Demokratie gehört der verständnisvolle Umgang miteinander.
Barrierefreies Gestalten, ob auf der Straße oder im Netz, sind Voraussetzungen für Inklusion und machen die Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben möglich.
Im Verkehr sollen Stolperfallen beseitigt und Absperrgitter so gestaltet werden, dass sie auch für Menschen mit Dreirad noch passierbar sind. Im übertragenen Sinne gilt dies ebenso für den Zugang zum Rathaus und den dort verfügbaren Ressourcen und Terminen. Die Verwaltung soll sich hier als Dienstleister:in verstehen und aktiv auf die Menschen zugehen, um sie zu unterstützen. Dadurch wird es möglich, Inklusion zu leben und in Beruf und Freizeit zu ermöglichen.
Kinder- und Jugendarbeit liegt uns besonders am Herzen. Denn in Zeiten, die durch vielfältige Krisen geprägt werden, in denen die Zukunft für junge Menschen ungewiss und nur schwer planbar erscheint, ist es umso wichtiger, Jugendlichen Unterstützung, Halt und eine Perspektive zu geben. Wir möchten Jugendlichen zuhören und ihnen mehr (Mit-)Gestaltungsmöglichkeiten geben. Hierfür bedarf es eines umfassenden Angebots, welches Raum zur Beratung und Expertise zur Unterstützung bietet – ein Jugendtreff, der großzügig geöffnet ist, gut ausgestattet und Sicherheit, Orientierung und Halt bietet. Die Einrichtung regelmäßiger Foren, in denen diskutiert wird, was Jugendliche bewegt, sind uns ein Anliegen. Ebenso die Einrichtung eines „Kinder- und Jugendbeirats“. Hier sollen Ideen für Syke entstehen und die „jugendliche“ Perspektive sollte bei städtischen Vorhaben und Entscheidungen immer gehört und ernst genommen werden.
Neben dem Jugendtreff als zentralem Treffpunkt für ältere Kinder, soll auch die Innenstadt kinderfreundlich gestaltet sein, indem sich hier z.B. Spielgeräte finden. Weiterhin soll darauf geachtet werden, dass es in allen Ortsteilen öffentlich zugängliche Spielplätze gibt, die zum Treffen und Entdecken einladen.
Ein wichtiger Teil des täglichen Lebens von Kindern und Jugendlichen findet außerdem in den Kindergärten und Schulen statt. Daher müssen diese als Lebensort begriffen und so ausgestaltet werden, dass man sich hier wohlfühlen und lernen kann. Die Stadt als Schulträgerin darf notwendige Sanierungen von Dächern und Toiletten nicht immer wieder aufschieben. Zudem kann mehr Verantwortung in der Unterstützung der Schulen bei der sinnvollen Ausgestaltung des Ganztagsbetriebs übernommen werden, indem man personell eng zusammenarbeitet.
Abschließend sollen Familien auch dadurch unterstützt werden, dass Kindergartenplätze möglichst wohnungsnah vergeben und Beratungsangebote für alle Lebenslagen breit kommuniziert und angeboten werden.
Die Bücherei soll für alle zugänglich gemacht werden, indem wir die Öffnungszeiten so anpassen, dass allen Syker:innen die Möglichkeit geboten wird, das breite Angebot zu nutzen. Auch als Ort der Begegnung spielt eine Bücherei eine große Rolle. Der geplante Umzug in Wessel’s Hotel kann genutzt werden, um Räume zu schaffen, an denen sich Menschen zum Musizieren, Spielen und Diskutieren treffen oder um sich gegenseitig zu unterstützen und Sprachen sowie andere neue Fähigkeiten zu lernen.
Wir setzen uns dafür ein, das Freibad auch in Zukunft kostenlos zugänglich zu machen, um allen Syker:innen ein Angebot zum Schwimmen und Abkühlen zu bieten, v.a. denjenigen, denen ein Sommerurlaub nicht möglich ist.
In Zeiten der Digitalisierung muss es möglich sein, WLAN in der Öffentlichkeit frei zur Verfügung zu haben. Aus dem Grund setzen wir uns für ein freies WLAN an besonders belebten Plätzen im Stadtgebiet ein. Dazu zählen wir z.B. Sportplätze, das Jugendhaus oder auch die Skateanlage in Barrien.
In Zeiten des Klimawandels und der Ressourcenknappheit steigt die Bedeutung der Nachhaltigkeit. In diesem Sinne wollen wir Sharingangebote unterstützen. Sei es Carsharing, das Teilen von Werkzeugen oder anderen Alltagsgegenständen. Ein breites Angebot bietet Menschen die Chance, Nachhaltigkeit zu leben und ihren Alltag kostengünstiger zu gestalten.
Unabhängig vom Alter, dem Wohnort, Geschlecht oder dem Einkommen, ob mit oder ohne Auto, möchten wir die Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben in unserer Stadt und den Ortsteilen ermöglichen. Dazu gehört ein Ausbau und die Pflege des ÖPNV mit Zubringerdiensten und dem Vorrang für die Schiene und umweltfreundlicher Verkehre.
Von dem Mobilitätskonzept (2023 vom Rat beschlossen) sollte in den nächsten Jahren möglichst viel umgesetzt werden.
Es fehlen Teilstrecken der Fahrradwege an den Landstraßen zwischen Gödestorf – Bahlum und Okel – Sudweyhe sowie Heiligenfelde – Neubruchhausen.
Vorab gibt es die Möglichkeit, eine Parallelstrecke für einen Fahrradweg Okel – Sudweyhe über das Okeler Schlatt zusammen mit der Gemeinde Weyhe umsetzen.
Die Erhaltung der Bahnlinie Syke-Eystrup ist trotz aller Hindernisse ein langfristiges Ziel.
Weiterhin wollen wir Wanderweg-Routen ergänzen. Ein durchgängiger Fußweg zwischen EuropaGarten und Kreismuseum in der Nähe der Hache wäre wesentlich attraktiver als der aktuelle Weg an der B6 entlang.
Sanfter Tourismus kann eine Chance für mehr Besucher:innen in Syke sein. Das sollte weiterhin gemeinsam mit der „Wildeshauser Geest“ gefördert werden.
Der „Kaffkieker“ muss als eine Attraktion mit Außenwirkung erhalten werden.
Freie Kulturinitiativen sollen weiterhin unterstützt werden.
Die Stadt ist engagiert im Bereich „Gedenkkultur“. Das soll so bleiben und über neue Wege der Erinnerungskultur sollte nachgedacht werden.
Wir sehen das Niedersächsische Naturschutzgesetz als Chance aktiv über die Balance zwischen neuen Baumaßnahmen und dem Erhalt der Natur als gemeinsame Lebensgrundlage nachzudenken.
Das bedeutet zunächst eine Förderung der Bauverdichtung für das Zentrum von Syke und auch in Barrien. Sofern keine übermäßige Beschattung der Nachbarn zu erwarten ist, schafft Bauen in die Höhe neuen Wohn- und Gewerberaum ohne zusätzliche Versiegelung.
So können geschützte Biotope, artenreiches Grünland, Feuchtbiotope, Auwald, Frischluftschneisen von jeglicher Bauentwicklung freigehalten und die Bebauung des Außenbereichs begrenzt werden. Neue Splittersiedlungen zerschneiden oder verriegeln nicht nur Naturräume, sondern sind auch durch einen fehlenden ÖPNV-Anschluss nicht nachhaltig.
Durch die Erarbeitung von Gestaltungssatzungen kommen wir zudem unserem Ziel eines ökologischeren Stadtbilds näher. Dazu gehören auch konkrete Vorgaben zur Fassaden- und Dachbegrünung in neuen Baugebieten. Gleichzeitig kann dadurch der weitere Verlust ortsbildprägender Gebäude verhindert werden.
Ein weiterer Schritt ist neben einem Baulücken- und Leerstandskataster auch ein Entsiegelungskataster, um nicht genutzte Flächen auch wieder aktiv für die Natur nutzbar zu machen.
Generell sollte es zudem ein Ziel sein, alte Bausubstanz zu erhalten und zu renovieren.
Für die Ausschreibung neuer Gewerbegebiete ist eine gründliche ökologische Betrachtung unbedingt notwendig.
Beim bezahlbaren Wohnraum sollte die Stadt darauf achten, dass bei geförderten Wohnungen die Bindung mindestens 20 Jahre beträgt. Außerdem muss die Stadt selber tätig werden, auf Investor:innen zugehen oder sich gemeinsam mit Wohnbau Diepholz engagieren. Gleichzeitig muss die Stadt insbesondere für Mieter:innen ein offenes Ohr haben und wenn nötig mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn Pflichten der Vermieter:innen massiv missachtet werden.
Viele Naturräume sind auch in Syke durch Eingriffe beeinträchtigt. Zusammenhängende Lebensräume dürfen wir nicht weiter zerschneiden, um ihre ökologische Funktion nicht zu gefährden. Das Biotopverbundsystem, das Syke in Zusammenarbeit mit der W.i.N.-Region entwickelt hat, ist zu rudimentär und muss kleinräumiger weiterentwickelt werden.
Syke benötigt dringend einen neuen Landschaftsrahmenplan, der die ökologischen Aspekte wesentlich stärker berücksichtigt.
Die Ausweisung neuer Landschaftsschutzgebiete schafft Klarheit und Planbarkeit.
Der Baumschutz in ganz Syke ist aus unserer Sicht nicht ausreichend. Als Gesamtlösung setzen wir uns für eine Baumschutzsatzung ein, um insbesondere auch ortsbildprägende Bäume zu erhalten. Weiterhin sollte die Möglichkeit der Stadt genutzt werden, schützenswerte Landschaftsbestandteile gezielt zu erhalten.
In der intensiv genutzten Landschaft sind öffentliche Wege mit ihren Wegeseitenräumen wichtige Lebensräume. Dies gilt es zu schützen. Sie sind bandartige Biotopverbindungen. Zusätzlich sind sie eine Bereicherung für Erholungssuchende.
Weiterhin streben wir die insektenfreundliche Gestaltung und Pflege städtischer Grünflächen an.
Soweit wie möglich, sollten Grünflächen nicht mehr mit einem „Mulcher“ gemäht werden (also nicht Gras kleinhäckseln), sondern als Schnittgut, das in den meisten Fällen abgefahren werden sollte.
Zum Schutz von Insekten wollen wir die Lichtverschmutzung reduzieren.
Das bezieht sich besonders auf beleuchtete Werbung und angestrahlte Gebäude (z.B. Kirchen). Sie sollten ab 23:00 Uhr ausgeschaltet werden.
An möglichst vielen Stellen wollen wir zukünftig Straßenlampen mit Bewegungsmeldern ausstatten, wie z.B. der „Hans-Mennel-Weg“ an der Hache.
Die geringe Verkehrsdichte in den Abend- und Nachtstunden in Syke rechtfertigt aus unserer Sicht eine Abschaltung der Ampelanlagen für den Zeitraum zwischen 22 Uhr bis ca. 05:00 Uhr.
Dadurch können wir die Biodiversität der Insekten fördern und gleichzeitig Energie einsparen.
Angesichts der zunehmenden Trockenphasen wollen wir ganz Syke zu einer Schwammstadt entwickeln. Dazu muss geklärt werden, welche Flächen entsiegelt werden können und wie städtische Gräben mehr Wasser zurückhalten können. Weiterhin sind Rasengittersteine betonierten oder asphaltierten Flächen vorzuziehen. Auch die Förderung privater Zisternen kann einen wertvollen Beitrag leisten.
Im Allgemeinen setzen wir uns für die Versickerung des Regenwassers durch naturnahe und kleinteilige Senken ein, da sie im Gegensatz zu großen Lösungen wie Regenrückhaltebecken keine Umzäunung brauchen.
Der wichtige Lebensraum der Hacheniederung darf nicht durch weitere Bebauungen und Verfüllungen eingeengt werden.
Um Hochwasserereignisse zu entschärfen, sollen da, wo es möglich ist, weitere Retentionsflächen geschaffen werden. Die bereits bestehenden Überschwemmungsgebiete müssen vollständig erhalten bleiben.
Wir fördern den Ausbau erneuerbarer Energien in der Erzeugung und Nutzung bei städtischen Gebäuden und wollen die Bürger:innen daran auch Teil haben lassen, indem wir die Anzahl der Ladesäulen erhöhen. Die Stadt soll eine Vorbildfunktion haben und die Bürger:innen mit kontinuierlichen Informationsangeboten und Hinweisen auf Fördermöglichkeiten in die Lage versetzen, selbstständig tätig zu werden.